Das Öko-Sauerkraut
Sauerkraut entsteht durch Milchsäuregärung, eine der ältesten Methoden, um Gemüse haltbar zu machen. Das feingeschnittene Weißkraut wird dabei gesalzen und in große Fässer gefüllt. Im luftdichten Raum vermehren sich die Bakterien, die den Fruchtzucker des Gemüses im Laufe der Zeit in konservierende Milchsäure verwandeln. Kohlkopf ist allerdings nicht gleich Kohlkopf: Größe, Aroma und Fruchtzuckergehalt entscheiden bei der Ernte im Herbst, ob das Kraut zum Sauerkraut geeignet ist.
Sauerkraut-Steckbrief
- Sauerkraut ist wohl das bekannteste deutsche Nationalgericht, das in der Regel erhitzt zu gehaltvollen Fleischgerichten serviert wird. Das Gemüse selbst ist mit nur 19 kcal pro 100 Gramm jedoch eher ein Schlankmacher.
- Die Säure des Krautes hängt von der Gärungsdauer ab. Nach sechs Tagen, spätestens aber nach drei Monaten ist die richtige „Reife“ erreicht.
- Der Name Weinsauerkraut bezeichnet keine besondere Kohlart, sondern zeigt, dass das Gemüse mit etwas Weißwein angereichert wurde.
- Sauerkraut durfte früher auf keinem Schiff fehlen. Die Konserve schützte die Seefahrer als wahre Vitamin-C-Bombe vor der gefürchteten Mangelerkrankung Skorbut. 200 Gramm Sauerkraut entsprechen bereits 40 Prozent des täglichen Vitamin-C-Bedarfs und stellen damit jede Zitrone in den Schatten.
- Darüber hinaus enthält Sauerkraut viele weitere Vitalstoffe: Vitamin B12 regt die Blutbildung an, Vitamin K unterstützt die Blutgerinnung, Calcium stärkt Knochen und Zähne und Folsäure braucht der Körper für die Zellbildung und -teilung.
- Die Milchsäurebakterien machen Sauerkraut zum probiotischen Lebensmittel, das die Darmfunktion anregt und stärkt. Wer mit Kümmel würzt, braucht keine Blähungen zu fürchten.
Sauerkraut-Tipps
- Sauerkraut ist zum Erhitzen eigentlich zu schade. Wenn Sie es roh als Sauerkrautsalat genießen, haben Sie am meisten von den wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen.
- Produkte, die in Glas oder Dose angeboten werden, sind sterilisiert oder pasteurisiert, d.h. also erhitzt worden. Rohes Sauerkraut aus dem Fass bekommen Sie im Naturkostladen, im Reformhaus, auf Wochenmärkten oder direkt beim Bauern.
- Mit klein geschnittenen Äpfeln, Weintrauben, Speckwürfeln oder – wie in Thüringen beliebt – mit einem Schuss Bier können Sie Sauerkraut immer wieder nach Ihrem Gusto abwandeln.